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Hörster bleibt die Nummer 1

Zum sechsten Mal hat Joachim Hörster (CDU) bei einer Bundestagswahl direkt «seinen» Wahlkreis 205 gewonnen. Er erzielte 43,2 Prozent der Erststimmen. Sein Gegenkandidat Björn Walden (SPD) will jetzt eine Auszeit.

Rhein-Lahn/Westerwald. Keine Frage, Joachim Hörster hat vom bundesweiten Trend profitiert. Trotzdem ist das Ergebnis erneut ein persönlicher Erfolg für den 64-Jährigen, der lediglich bei der Wahl 1998 nicht direkt seinen Wahlkreis «geholt» hatte. Damals ist er über die Landesliste Rheinland-Pfalz eingezogen und war bei den Erststimmen dem SPD-Kandidaten Rudolf Scharping unterlegen.

Überglücklich äußerte sich Hörster gestern Abend bei der Wahlparty in Wallmerod, zumal der Abstand zum SPD-Bewerber erheblich größer geworden ist als beim letzten Mal. Das spreche für die Stabilität im Wahlkreis. Die bürgerliche Mehrheit in Berlin sei eindeutig, und darauf könne man in der nächsten Wahlperiode aufbauen, sagte Hörster auf Anfrage unserer Zeitung. Sein Ziel sei es jetzt, auch weiterhin gute Arbeit zu leisten, und ob er nach vier Jahren noch einmal kandidieren werde, diese Frage habe er sich noch nicht gestellt.

Entsprechend gedämpft war die Meinung von Björn Walden, der zum zweiten Mal für den Bundestag kandidiert hatte und zum zweiten Mal Joachim Hörster unterlegen war. Für ihn stimmten 29,4 Prozent der Wähler. Der 26-Jährige sprach von einem Schock, den man erst mal verdauen müsse. Er will sich nach einem aufreibenden dreimonatigen Wahlkampf jetzt zunächst einmal auf sein Privatleben konzentrieren. Matthias Lammert, CDU-Vorsitzender im Rhein-Lahn-Kreis, äußerte sich hoch zufrieden. Die CDU habe überragend beide Wahlkreise klar gewonnen. Damit meinte er den Wahlkreis 205 (Westerwaldkreis und die Verbandsgemeinden Diez, Hahnstätten, Katzenelnbogen, Nassau und Nastätten) sowie den Wahlkreis 200, der den restlichen Rhein-Lahn-Kreis sowie die Region Koblenz umfasst. Hier hat Dr. Michael Fuchs (CDU) erneut den Wahlkreis «geholt», und zwar mit 44,1 Prozent. Josef Winkler (Bad Ems, Bündnis 90/Die Grünen) ist über die Landesliste (Platz 2) in den Bundestag gekommen und damit einziger Abgeordneter aus dem Rhein-Lahn-Kreis.

«Im Rhein-Lahn-Kreis liegen wir vorn», freute sich Matthias Lammert und sprach von einem «Ausgleich zur Kommunalwahl». Auch sei die SPD an der Aar geschrumpft. Frank Puchtler, SPD-Vorsitzender im Rhein-Lahn-Kreis, tröstete sich damit, dass das SPD-Ergebnis im Rhein-Lahn-Kreis über dem Bundesschnitt liegt. «Das Ergebnis war durch das Europawahlergebnis von 20 Prozent vorgegeben», sagte Puchtler. Jetzt müssten die Weichen auf Bundesebene neu gestellt werden. Und: «Wie beim Fußball gibt es auch ein Rückspiel.» Vor Ort werde er kontinuierlich weiterarbeiten. Dies habe dazu beigetragen, dass ein Ergebnis über dem Bundesdurchschnitt erzielt worden sei.

In der Verbandsgemeinde Diez hat die CDU deutlich die SPD überflügelt, erzielte bei den Erststimmen 5,3 Prozent mehr und bei den Zweitstimmen 2,9 Prozent mehr. Die SPD erzielte 33,3 Prozent bei den Erststimmen und 27,4 Prozent bei den Zweitstimmen. In der Verbandsgemeinde Hahnstätten hat die SPD zwar noch die Nase vorn, hat aber gegenüber 2005 deutlich an Stimmen eingebüßt (minus 9 Prozent).

Einziges Trostpflaster: Die SPD hat mit Kultur-Staatssekretär Dr. Joachim Hofmann-Göttig die Oberbürgermeisterwahl von Koblenz gewonnen. Unterlegen ist Peter Labonte, Oberbürgermeister von Lahnstein, der 2001 für den Landratsposten im Rhein-Lahn-Kreis kandidiert hatte, sich aber gegen Günter Kern geschlagen geben musste. tam

Quelle: Nassauische Neue Presse, 28.09.2009